Aktuelles - Pfarrerin Dr. Tatjana Schnütgen und Pfarrer Arne Schnütgen

Pfarrerin Dr. Tatjana Schnütgen

Ein Abenteuer ist es schon jetzt, die Zeichen stehen auf Aufbruch

Ab 1. November werde ich Pfarrerin in Bad Wörishofen. Mit jedem Menschen, dem ich begeistert davon erzähle, wird dieser Traum immer wirklicher.

Ehrlich, ich kann es kaum erwarten… Wenn Sie dieses Heft Anfang September in die Hand bekommen, bin ich noch in Regensburg, steuere, organisiere, telefoniere, delegiere… Mein Platz als Theologische Referentin im Evangelischen Bildungswerk Regensburg e.V. wird bald frei. Andere werden ein Programm planen und schauen, dass es gut wird: theologische Vorträge, philosophische Diskussionen, Gesprächsreihen, Meditationskurse, Naturspiritualität, Ausdruckstanz, Psychologie-Workshops, medizinethische Podiumsdiskussionen, Dichterlesungen, Konzerte, interreligiöse Begegnungen und vieles mehr.

Ich bin mutig und komme. Bad Wörishofen ist Neuland. Und doch stimmt es für mich, dass mein Weg nun hierherführt. Geboren bin ich in Freising bei München. Meine Kindheit war eher eine mittelfränkische, in Nürnberg und Schwabach. Studiert habe ich in Würzburg, um Grundschullehrerin zu werden, eine Berufswahl, die eindeutig aus der Suche nach Sinn geboren wurde. Den fand ich im Studium dann eher in den theologischen Lehrveranstaltungen, in der Kindergottesdienstarbeit und überhaupt in vielen Gesprächen mit Leuten, denen es ähnlich wie mir ging. Und in Gesprächen mit anderen, die mit Gott gar nichts mehr zu tun haben wollten. Oder von „Kirche“ so enttäuscht waren, dass sie beschlossen hatten, ganz allein auf die Suche zu gehen.

Eine Ordnung, ganz „kneippmäßig“ hatte mich auf die Spur gesetzt: der Selbstversuch, Bibel zu lesen, einfach ganz stur, jeden Morgen und mir immer ein paar persönliche Gedanken dazu aufzuschreiben. Kleine Gebete kamen dazu: Hilf mir! Du kennst mich! Tatsächlich stellte sich etwas ein. Mal war es der Eindruck, nicht allein zu sein, mal die Gewissheit, vertrauensvoll vorwärts gehen zu können, ohne den Weg schon im Ganzen zu überblicken.
Ich denke, es wäre mir zu einfach gewesen zu sagen: Ich studiere jetzt vier Jahre, dann bin ich Lehrerin, dann kommen die Kinder und ich bleibe bei der Familie, dann gehe ich zurück in den Beruf etc. Deswegen, und weil Gott mit im Spiel war, ist alles ganz anders gekommen. Ich ging nach München, heiratete meine Jugendliebe Arne und begann ein Studium der Religionspädagogik und Kirchli-chen Bildungsarbeit.

Mitten im Studium bekamen wir Lust, ein Jahr zu unterbrechen und in Afrika weiter zu studieren, in Makumira in Nordtansania. Wir bekamen gehörig Abstand von Europa und von den üblichen Sicherheiten. Nach drei Jahren Ehe fassten wir endlich Mut zum ersten Kind. Zurück in Deutschland: erstmal ein Kulturschock. Dann folgte die Geburt von Birger Ntimi, unserem Sohn, der später noch die Geschwister Rebecca Nuru, Lena Marie und Hendrik Kamill bekam. Im Rückblick staune ich, wie die groß geworden sind, ich studierte und war gleich darauf berufstätig.

Für meine erste Stelle als Religionspädagogin suchte ich mir eine Aufgabe in der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo aus. Das waren sechs spannende Jahre in einer strukturell oft etwas wackligen Kirche, mit Unterricht in der Theologischen Hochschule auf Französisch und der ehrenamtlichen Gemeindearbeit auf Kiswahili, Schulbauprojekt, Microkrediten für Frauen und riesigem Weltgebetstag. Die Kinder hatten Freiheit im Busch und die Annehmlichkeiten der nahen Großstadt mit Bäckerei und Spielzeugladen.

2004 kamen wir zurück, ich startete ins Theologiestudium und wir bezogen ein Pfarrhaus auf dem Land bei Weißenburg. Nach kaum einem Jahr im Vikariat kam der Anruf eines ehemaligen Professors, der eine Mitarbeiterin suchte. So ging es nach der Ordination wieder nicht auf den eingefahrenen Wegen weiter, sondern erstmal für ein paar Jahre in die Wissenschaft. Noch heute unterrichte ich ein wenig an der Uni, ich liebe die Arbeit mit den Stu-dierenden. Ende 2018 habe ich meine Doktorarbeit veröffentlicht, da war ich schon am Bildungswerk tätig.

Afrika hat mich geprägt und herausgefordert. Ein afrikanischer Same war der Tanz, der in der Zeit danach wuchs und etwas entstehen ließ, was mich bis heute trägt und bewegt. Ich tanze und kann nicht mehr ohne sein. Auch meine Forschung beschäftigt sich mit Tanz. Wenn es um das geht, was mein Sein ausmacht und nicht mehr um kluges Reden oder tatkräftiges Organisieren, wenn ich im Innersten berührt werde, dann bin ich spirituell unterwegs. Meine Spiritualität verbindet Körper und Seele. Musik erreicht mich und Natur lässt mich staunen. Dann fühle ich mich lebendig.

In meinem Leben musste ich auch schon das Rauschen sich schließender Türen vernehmen. Das Wunder war, dass darin ein Ruf aufgestiegen ist, der mich auf einen ebenso verschlungenen, wie auch geraden Weg geführt hat, verwickelt mit dem Lebensweg meines Mannes Arne. Ich freue mich auf die neue Heimat, die Bad Wörisho-fen für uns zu werden verspricht, und danke Ihnen dafür, dass wir hier ankommen dürfen, in unserem Tempo. Der Wörthbach vor dem Pfarrhaus macht es uns vor, stetig, verlässlich, manchmal langsam und dann wieder überfließend voll und spritzig.

Ihre Pfarrerin (in spe)
Tatjana Schnütgen

 

Pfarrer Arne Schnütgen

Grüß Gott,

ich heiße Arne Schnütgen, bin 55 Jahre alt, und ab November Ihr neuer Pfarrer auf der 2. Pfarrstelle. Aufgewachsen bin ich auf einem Dorf südlich von Nürnberg in einer großen Familie. Dort bin ich in Kirche hineingewachsen: Kindergottesdienst, Konfirmation, Landjugend, Evangelische Jugend, Jugendchor….

Mit 17 Jahren verbrachte ich ein Auslandsjahr in Australien bei meiner Großmutter, die dort in einer pfingstlerisch geprägten Freikirche aktiv war. Das hat mein Bild von dem, was Kirche sein kann, deutlich erweitert.

Zum Studium war ich in Erlangen, München, Neuendettelsau, Tansania und wieder Erlangen. Am eindrücklichsten in dieser Zeit war das eine Jahr in Afrika. An der lutherischen Hochschule in Makumira waren wir die Exoten und mussten erst lernen, wie Leben in Afrika funktioniert. Fasziniert waren wir auch von der Gastfreundschaft und dem mehrfach geäußerten Wunsch: „Arbeitet später doch mal bei uns.“

Aber erst mussten wir unsere Ausbildung abschließen. Mein Vikariat machte ich in Würzburg und lernte dort den Gemeindealltag mit all seinen Arbeitsfeldern kennen.
1998 reisten wir dann wieder nach Afrika aus, inzwischen mit drei Kindern und nicht ins beschauliche Tansania, sondern ins Kriegsland Kongo. Da meine Frau die Stelle hatte, war ich erstmal „mitausreisender Ehemann“ mit einem ehrenamtlichen Dienstauftrag. Später wurde mir dann die Leitung der dortigen lutherischen Hochschule anvertraut, die im Aufbau begriffen war. So konnte ich beim Unterrichten mein Examenswissen wiederverwen-den und war für so unterschiedliche Dinge wie die Kantinenversorgung oder die Studierendenauswahl zuständig.

Nach unserer Rückkehr nach Deutschland landeten wir in Weißenburg, 50 Kilometer südlich von Nürnberg. Dort bekam ich eine kombinierte Pfarrstelle: Zwei kleine Dörfer mit je einer Kirche, und eine halbe Stelle in der Stadt. Für mich war das ideal. In kürzester Zeit konnte ich viel von dem nachlernen, was evangelisch-bayerisches Gemeindeleben ausmacht. Hier entwickelte sich die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden zu meinem Schwerpunkt. Ich halte es für ein großes Privileg, immer wieder mit jungen Menschen zu erkunden, was Gott und Glaube in ihrem Leben bedeuten kann. Diese Arbeit macht mir großen Spaß, und ich bin davon überzeugt, dass es uns als Kirche gut tut, immer wieder neu Worte finden zu müssen, um zu zeigen, worum es bei uns geht.

Vor acht Jahren wechselten wir dann nach Ostbayern, aus altevangelischem Gebiet in die Diaspora. Hier war nochmal richtig Aufbauarbeit gefragt. In dem Gemeindeteil im Speckgürtel von Regensburg, für den ich zuständig war, gab es nichts: Die Evangelischen trafen sich zum Gottesdienst im Feuerwehrhaus. Aber die Pläne für einen Neubau waren weit gediehen. Eine Kirche mit Gemeinderäumen entstand, und ich durfte mit den Menschen vor Ort ausprobieren, welche Art von Gemeindeleben denn zu uns passt, welche Formen von Gottesdiensten, welche Gruppenangebote. Weil es keine Traditionen gab und die meisten Evangelischen eh Zugezogene mit ganz unterschiedlichen Kirchenerfahrungen waren, konnten wir sehr viel experimentieren, ohne auf „Das war schon immer so!“ Rücksicht nehmen zu müssen. Ganz viel haben wir im Kinder- und Familienbereich gemacht.

Jetzt kommt also wieder etwas Neues. Ich freue mich auf die neue Aufgabe und bin gespannt, was in den kommenden Jahren dran ist.
Ihr
Arne Schnütgen

 

 

 

 

 

Corona - nicht unterkriegen lassen!
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Corona - Regeln für den evangelischen Gottesdienst

Die Entwicklung der Corona-Pandemie ist dynamisch und zwingt uns zu immer neuen Reaktionen, derzeit werden bestehende Regelungen immer wieder auf Grundlage der Vorgaben von Land und Bund überprüft, wenn diese sich verändern. Als Teil der bayerischen Landeskirche stellen wir den Schutz gefährdeter Menschen in den Vordergrund und möchten möglichst viel dazu beitragen, die Verbreitung des Virus' zu bremsen. Ohne dabei freilich unsere Kernaufgabe aus den Augen zu verlieren: Wir wollen als Evangelische Kirche in Bad Wörishofen für die Menschen da sein, die uns brauchen - auch wenn das in dieser Zeit heißt, andere Wege zu beschreiten als in „normalen“ Zeiten.

Für die Feier unserer Gottesdienste bedeutet das:

Gottesdienste können weiter unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln gefeiert werden. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Es besteht eine OP- Maskenpflicht beim Betreten der Kirche, am Platz dürfen Sie die Maske abnehmen. Das Zusammensitzen ist nur noch für Personen, die in einem Haushalt zusammenleben, erlaubt. Bitte achten Sie beim Betreten und Verlassen der Kirche darauf, Abstand zu halten.