Unsere Kirche

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Unsere Kirche ist täglich von 9.00 - 18.00 Uhr für Sie geöffnet

Der Kirchenbau

Unsere Erlöserkirche wurde am 18. August 1968 nach mehr als eineinhalb Jahren Bauzeit geweiht. Die Architekten waren Franz Lichtblau und Ludwig Bauer aus München.

Formal ist die Kirche als Sechseck konzipiert. Der höchste Punkt des Kirchendachs befindet sich über dem Altarraum, um die Bedeutung von Wort und Sakrament (Lesungen aus der Hl. Schrift, Predigt, Taufe, Abendmahl) hervorzuheben.

Zwei Künstler haben die sakrale Wirkung des Innenraums der Erlöserkirche ausgearbeitet: Prof. Hermann Jünger, München (1928-2005) hat den gesamten Altarbereich mit Altar, Kanzel, Taufstein, Altarkreuz und der Leuchtergruppe gestaltet. Optischer Mittelpunkt ist das Kreuz. Bewusst wurde von ihm weder ein Wandkreuz noch ein Hängekreuz angebracht, da sich beide nicht mit der Ecklage der Altarinsel und mit dem großen Kreuzfenster hoch oben über dem Altar vertragen würden. So entschied sich Jünger für ein schmales Standkreuz, das aus dem Boden nach oben in den Raum hinein wächst. Das Kreuz ist klar in der Form und aus Bronze (Wachsausschmelzgusses). Auf den Besatz von Edelsteinen wurde bewusst verzichtet, um keine Konkurrenz zu den farbigen Glasfenstern zu schaffen. Altar, Leuchter, Lesepult und Osterleuchter sind von der gleichen Einfachheit. Die Altarmensa (der tischähnliche Altarstein) und der Altarsockel wurden in geschliffenem Muschelkalk ausgeführt.

Die Leuchter ohne Fuß hinter dem Altar, die in der üblichen Methode des Bronzesandgusses hergestellt wurden, betonen, wie das Altarkreuz selbst, die vertikale Höhe. Das "Hochwachsen" des Altarkreuzes wird dadurch unterstrichen.

Der zweite Künstler war Helmut Ammann (1907–2001). Von ihm stammen die zehn Scheiben der Glasfenster mit Motiven der christlichen Erlösungsthematik. Die Glasfenster sind quadratisch gehalten. 1970 schuf Ammann das große Kreuzfenster über dem Altar. Explizit wählte Ammann die rote Farbe als Zeichen der zentralen Christusgabe, um das eigentliche Erlösungs- und Offenbarungsgeschehen farblich zu akzentuieren.

Die Altarbibel wurde von dem früheren Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier gestiftet und enthält eine handschriftliche Widmung von ihm. Diese liegt nicht aus, kann aber nach Rücksprache angesehen werden; dafür liegt eine vom früheren Bad Wörishofer Pfarrer Dr. Naumann dem Pfarramt geschenkte Bibel auf.

Im Schiff der Kirche finden 470 Personen, auf der Empore 150, insgesamt also 620 Personen Platz. Zu den Sonntagsgottesdiensten während der Kursaison versammeln sich allsonntäglich etwa 200 Gläubige.

Zeichen der Ökumene

Am 19. Juni 1968 erreicht die Gemeinde ein Brief vom katholischen Stadtpfarrer Edmund Keck, St. Justina: Die katholische Kirchenverwaltung fasste den Beschluss, der evangelischen Gemeinde für die neue Erlöserkirche einen Osterleuchter zu schenken. „Damit soll im Bewusstsein der katholischen Gläubigen das ökumenische Anliegen vertieft und die Verbundenheit mit den evangelischen Brüdern unserer Stadt zum Ausdruck gebracht werden. Die neue katholische Pfarrei St. Ulrich in der Gartensiedlung wird sich an dieser Stiftung beteiligen.“

Die Orgel

Gebaut wurde die Orgel von der Fa. G. F. Steinmeyer/

Oettingen. Sie bestand aus fünf Werken (4 Manualen und Pedal), die in ihrer klanglichen Eigenart aufeinander bezogen sind und sich zum Klanggebäude der gesamten Orgel vereinigen. Der Aufbau der Orgel folgt den Gegebenheiten der Zeltdachform der Kirche. So steht in der Mitte das Hauptwerk, flankiert von den beiden Pedaltürmen und auf halber Höhe das kleine Brustwerk. In die Emporenbrüstung eingelassen, und dadurch ganz in der Nähe der gottesdienstlichen Gemeinde, befinden sich - voneinander getrennt - das Schwellwerk und Rückpositiv.

Die Disposition der Orgel stammt von Georg Kempff (1893-1975), einem ausgewiesenen Kenner des Fachs. Kempff war u.a. Universitätsmusikdirektor, Honorarprofessor für Liturgie und Kirchenmusik, Vorstand des Instituts für Kirchenmusik und durch zahlreiche Konzertreisen im In- und Ausland sowohl theoretisch als auch praktisch für diese anspruchsvolle Aufgabe ideal geeignet.

1995 wurde die Orgel um fünf neue Register von der Schweizer Orgelbaufirma Späth aus Rapperswil erweitert.

Kirchturm und Glocken

Der Glockensachverständige der Landeskirche, Prof. Högner, schlug ein Geläut von fünf Glocken vor. Es wird den Gegebenheiten des Kirchturms gerecht und steht im Einklang mit dem Geläut der kath. Stadtpfarrkirche.

Zwei alte Glocken, die in der alten evangelischen Kirche seit 1956 ihren Dienst taten, hatte man bereits. Diese wurden in den neuen Kirchturm umgehängt. Für die drei neuen Glocken fanden sich Stifter.

Die Schlagtöne der fünf Glocken ergeben folgenden Akkord: e' - fis' - g' - h' - d"

Die drei neuen Glocken wurden - wie auch schon die früheren - von der Kemptener Glockengießerei Gebhard, Inhaber: Willi Reiß, gegossen. Die aufgegossenen In- schriften lauten:

Bei der ersten Glocke - Die Erlöserglocke:

„In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut!“ Stifter: Walter Schulz, Bad Wörishofen.

Bei der zweiten Glocke – Die Friedensglocke:

„Habt Frieden untereinander!“ Stifter: Erna Schulz, Bad Wörishofen.

Bei der dritten Glocke – Die Gebetsglocke:

„Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet!“ Stifter: Peter Holzmann, Bad Wörishofen.

Der Guß der drei Glocken erfolgte am 28. Juni 1968 in Kempten. Im Glockenprüfungsgutachten heißt es: „Die Nachhallwerte sind vorzüglich, in den Relationen aus- gezeichnet ausgewogen. Die Schlagtöne sind genau ge- troffen, die Primen decken sich mit den Schlagtönen. Insgesamt ein gutes, wohlklingendes Geläute, für die Stifter eine Belohnung ihrer edlen Gesinnung, für die Gemeinde eine hoffentlich immer gerne gehörte Aufforderung, zum Hause Gottes zu kommen.“

Der seitlich des Kirchengebäudes stehende und mit diesem nicht verbundene Turm ist über 45 m hoch und enthält keine Turmuhrenanlage.

Unsere Gebetsecke - Ein Ort zum Innehalten

Eine Kerze anzünden, ein Gebet, ein Lied oder auch eine Bitte an unser Holz pinnen.

Wir nehmen Ihre Anliegen auf und bitten für Sie in unseren Segnungs- und Salbungsgottesdiensten an jedem ersten Samstag im Monat.

Wie die Gebetsecke in unsere Kirche kam

Mit Hilfe von Spenden und der Unterstützung der Kultur- und Sozialstiftung der Genobank wurde am 20. Juni 2010 die neu gestaltete Gebetsecke eingeweiht. Verwendet wurde roh basiertes Schmiedeeisen sowie Bronze, Edelstahl und Messing. Die Gebetsecke wurde von dem Bad Wörishofener Kunstschmied Rolf Bauer entworfen und gefertigt. Sie bietet nun die Möglichkeit Kerzen anzuzünden, Blumen niederzulegen und Gebetszettel an das Kreuz zu bringen.