Aus dem Alltag gegriffen

WimPuwie?

Die Überschrift bereitet Probleme? Sie ist rätselhaft und geheimnisvoll? Will sie entschlüsselt werden? Ja, das will sie und wenn sie entschlüsselt ist, dann liegt das Geheimnis von WimPuwie? plötzlich da wie ein offenes Buch: Wo ist mein Passwort und welches ist es? WimPuwie? Das Ist nichts anderes als das, was uns allen empfohlen wird für unsere so zahlreichen Aktivitäten im Internet, in den sozialen Medien, in Bankgeschäften und Kommunikationen, für Kundenkarten und Clubmitgliedschaften, beruflich und privat, einfach alles, was mit einem so genannten Passwort geschützt werden will: sicher soll es sein, nur ganz persönlich bekannt und zugänglich und kompliziert muss es sein mit großen und kleinen Buchstaben, mit Zahlen und Sonderzeichen.

Damit uns das Ganze nicht über den Kopf wächst, denn in unseren Kopf geht es ohnehin nicht mehr rein, gibt es die Geheimformel der Satzbildung. Man denkt sich einfach einen Satz aus, nimmt von jedem Wort den ersten Buchstaben, garniert das Ganze noch mit Zahlen und Sonderzeichen - und fertig ist das sichere Passwort. So einfach – so kompliziert. Denn welchen Satz nimmt man, vielmehr welche Sätze kann man sich merken? Schließlich ist nicht nur ein Passwort gefordert, sondern mehrere dutzende wollen so sicher gemacht werden. Ein und derselbe Satz für alles soll es auch nicht sein. Das wäre trotz aller Komplexität zu einfach.

Also gilt es, immer neue Sätze zu überlegen und sie mit Zahlen und Sonderzeichen auszuschmücken. Dabei kommt es auch auf die Länge der Sätze an. Nur zu schreiben „EisW“ (Es ist schönes Wetter) reicht nicht aus. Ein „EisWidusL“ (Es ist schönes Wetter in diesem unserem schönen Land) soll es mindestens sein. Vorne noch ein 22 vorangestellt für das Jahr, in dem dieser denkwürdige Satz entstand und hinten mit einem Fragezeichen abgeschlossen, denn man weiß ja nie, ob das Wetter morgen auch so schön ist, und schon ist ein neues Passwort geboren: 22EisWidusL?

Der erste Satz wäre geschafft. Stolz kommt auf über so viel Kreativität und Raffinesse, um es eventuellen Hackern möglichst schwer zu machen: Werden sich daran schon die Finger wund schreiben auf der Suche nach der Lösung unseres Passwortes. Doch nach diesem Anflug von Selbstüberschätzung kommt das Tal der Tristesse. Viele weitere Passwörter sollen, müssen folgen. Immer neue Sätze wollen kreiert und ausgeschmückt werden. Mal ist das Wetter schön; dann schlecht; dann wieder sonnig oder regnerisch; auch schneien lassen wir es oder frosten und hitzig kommt als Möglichkeit hinzu, bis wir schließlich beim 33. Passwortsatz zum Schluss kommen: Ibe-aHuhkLm! (Ich bin ein armer Hund und habe keine Lust mehr!).

Doch schon taucht das nächste Problem auf, das wir vorausgeahnt hatten: Wohl niemand kann sich all die wunderschönen Satz-Passwörter merken, und vor allem merken, welches zu welcher Anwendung gehört. Und so braucht es eine Möglichkeit, all die Sätze irgendwo gemeinsam abzuspeichern. Und das natürlich abgesichert mit einem Passwort. Da gehen die Wörter rund ums Wetter schnell aus. Gut, dass es die Bibel gibt. Da stehen so viele wunderbare Sätze drin, die sich alle bestens für Passwörter verwenden lassen. Womit einmal mehr bewiesen wäre: Gottes Wort hilft in allen Lebenslagen: WimPuwie?IdB! (Wo ist mein Passwort und welches ist es? In der Bibel!).

Manfred Gittel